Kolumne – Wege zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (9)

Über Gesundheit berichten

65bcb3163_6899674,3„If you can’t measure it, you can’t manage it“- Da in Deutschland mittlerweile bewusst zwischen Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement unterschieden wird, wirkt dieser Satz merklich nach. Soll Gesundheit zu managen sein, dann muss eben diese ebenfalls messbar sein. Wurde dies erreicht, dann bedarf es einer entsprechenden Berichterstattung.Wenn wir uns mit der Messbarkeit von Gesundheit beschäftigen, dann sollten wir uns im Zuge von BGM-Konzepten zunächst fragen, was überhaupt Gesundheit sein soll um sich im nächsten Schritt darüber Gedanken machen zu können, wie diese zu messen ist.

Gesundheit wird immer noch seitens der Weltgesundheitsorganisation entsprechend der Verfassung von 1946 als „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ beschrieben. Wie gut und/oder diskriminierend diese Formulierung auch sein mag, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Aber für das betriebliche Gesundheitsmanagement ist eben die ganzheitliche Umschreibung des Gesundheitsbegriffs interessant. Letztlich wurden durch die Worte „[…] körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens[…]“ der Weg geebnet, die Verantwortung von Gesundheit aus der individuellen Verantwortung ebenfalls in die Verantwortung von Unternehmen zu legen.

Hieraus ergibt sich eine modernere Sicht auf Gesundheit und wird von Badura et al. (2010, 32) wie folgt beschrieben:

„Gesundheit ist immer zugleich Voraussetzung und Ergebnis der Wechselwirkungen zwischen Person, Verhalten und Umwelt. Im Kern geht es um eine salutogene Situationsbewältigung … Gesundheit ist eine Kompetenz zur aktiven Lebensbewältigung. Gesundheit ist etwas, was erlernt werden kann, d.h. wozu Menschen befähigt werden können … Gesundheit beinhaltet die Antonovsky‘sche Trias: die persönlichen Fähigkeiten zur Sinngebung, zum Verstehen und Beeinflussen der eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen.“

Letztlich läuft es bei der Gesundheit eines Menschen darauf hinaus, dass das Wohlbefinden erfasst wird. Hierzu haben sich einige Erhebungstools etabliert. Im Großen und Ganzen gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist eine Mitarbeiterbefragung und die zweite Variante sind Erhebungsgespräche, wie z.B. Experteninterviews, Fokusgruppen, Gesundheitszirkel, Audits etc. Für welches Mittel man sich entscheidet, hängt häufig von den politischen Voraussetzungen und der Vertrauenskultur eines Unternehmens ab. Unabhängig davon, welche Variante gewählt wird, muss diese sorgfältig durchdacht werden und letztlich skalierbar sein.

Abschließend können dann Gesundheitsberichte für das Unternehmen wie auch für den Mitarbeiter formuliert werden, woraus sich bestenfalls Handlungsempfehlungen ableiten lassen. Diese Transparenz bringt Bewegung in ein durchdachtes Konzept und führt zu der nötigen Dynamik, die das BGM vorantreibt.

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.