BGM-Mehr als nur ein Früchtekorb

BGM: Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein Begriff, der zum Wortschatz vieler verantwortungsbewusster Unternehmer gehört. „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ stärkt nicht nur den guten Ruf einer Firma, sondern es stellt auch einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor dar. Das Gesundheitszentrum Saarschleife in Orscholz verfügt auf diesem Gebiet bereits über beträchtliche Erfahrungen. Immerhin wurde dieser Klinik für ihr eigenes Engagement bezüglich der Gesundheit ihrer Mitarbeiter der Deutsche Unternehmerpreis verliehen.

Zur Auftaktveranstaltung einer Informationsreihe zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement begrüßte Klinikmanager Bernd Baumbach am Donnerstag zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Industrie.

Er erläuterte das Konzept seines Hauses, das in Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern zu einem sehr wirkungsvollen Instrument ausgereift ist. „BGM ist wesentlich mehr als ein Früchtekorb im Aufenthaltsraum“, erklärte Gesundheitsmanagerin Juliane Schmidt. Es beinhalte eine bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel, die Mitarbeiter so gesund wie möglich zu erhalten. In Gesundheitszirkeln werden die Bedürfnisse der einzelnen Berufsgruppen erfasst. Und es wird ein Netzwerk geschaffen, das erkrankte Mitarbeiter auffängt. Im Idealfalle verfüge die Firma über einen Gesundheitskoordinator und ein ausgefeiltes Stressmanagement. Das BGM werde bei allen Entscheidungen mit berücksichtigt und beziehe die gesamte Belegschaft mit ein. Wichtig sei auch eine gute Zusammenarbeit zwischen betrieblicher und gesetzlicher Krankenversicherung. Frank Szadzik, der bei der DAK die Arbeitgeber betreut, hält vor allem die Prävention für einen bedeutenden Faktor, der letztendlich allen Beteiligten vermeidbare Kosten erspart.

Hier setzte auch Helmut Schuh (Gesundheitsmarketing Schuh) an: „Gesundheit ist nicht nur das Fehlen von Krankheit, sondern sie impliziert körperliches und geistiges Wohlbefinden.“ Es sei eine wichtige Aufgabe des Managements, die Mitarbeiter zu einer gesunden Lebensführung zu ermuntern, gleichzeitig aber auch ein Umfeld zu schaffen, in dem eine solche Lebensführung möglich ist. Natürlich stelle sich für einen Unternehmer die Frage, wie viel ein gutes Gesundheits-Management kostet und ob es sich wirklich lohnt. Viele Betriebe beginnen sich erst für BGM zu interessieren, wenn die Krankenstände steigen. „Aber wenn man nur die Ausfälle durch Krankheit berücksichtigt, kann man mit rund 40 000 Euro Aufwand fast das Fünffache einsparen“, rechnete Schuh vor. „Darüber hinaus sind 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr steuerfrei, wenn sie in BGM-Maßnahmen investiert werden.“ Leistungsbereitschaft und -fähigkeit wachsen nach seinen Ausführungen mit steigender Motivation. Rund 24 Prozent der Arbeitnehmer erledigen ihren Job ohne emotionales Engagement. Fluktuation und „innere Kündigung“ kosten Milliarden. Es sei nicht sinnvoll zu registrieren, wer am meisten krankfeiert, sondern die Gründe zu eruieren und festzustellen, was ein Mensch braucht, um gerne zur Arbeit zu kommen.

Das Gesundheitszentrum Saarschleife bietet Unternehmern Programme, die auf die praktischen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter individuell abgestimmt sind und durch Fachleute umgesetzt und betreut werden. Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung Gelegenheit, das Haus kennen zu lernen und einen Qi Gong – Schnupperkurs zu besuchen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.