E-Health und der Versicherungstarif

Fitness Tracker und die Debatte über die Solidargemeinschaft.

Quelle: easel.ly

Im Privaten sind sie ein Must-have und in Unternehmen stark im Kommen. Gemeint sind natürlich Fitness Apps und deren passenden Gadgets. Die Verlockung ist groß. Intelligente, modische Armbänder die den Schlafrhythmus erfassen, Strecke und Zeit des letzten Sonntagslaufs ermitteln und natürlich auch das tägliche Wiegen protokollieren, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Firmen und Krankenversicherungen finden ebenfalls Gefallen an der aktuellen Entwicklung. Die Digitalisierung von Gesundheitsdaten können Firmen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement nutzen. So kann gesundheitsförderliches Verhalten belohnt und somit auch gezielt gesteuert werden. Auch Krankenkassen interessieren sich für die Gesundheitsdaten der Versicherten. So können diese zukünftige Bonushefte ersetzen und direkte Auswirkung auf den individuellen Tarif haben. Das klingt zunächst ganz fair. Versicherte, die sich gesundheitsbewusst verhalten, leben gesünder und haben ein geringeres Erkrankungsrisiko. Aufgrund des geringeren Risikos müssten diese, der Logik folgend, einen geringeren Beitrag zahlen. Schon jetzt dürfen Krankenkassen eine gesunde Lebensführung belohnen. So finden Rückerstattungen statt, wenn Versicherte ein ausgefülltes Bonusheft vorlegen können. Rechtlich ist dies erlaubt, solange nachgewiesen werden kann, dass die Bonuszahlungen durch die Einsparungen des Programms selbst finanziert werden.

Günther Oettinger sieht in seiner Funktion als EU-Kommissar für die Digitale Wirtschaft und Gesellschaft eine solche Entwicklung als kritisch an. Er befürchtet Auswirkungen auf die Solidargemeinschaft. Die Krankenversicherungen weisen solche Bedenken zurück. Ein Risikoausgleich sei trotz einer individuellen Zuordnung aufgrund der Größe der Versichertengemeinschaft möglich.

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.

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