Ergibt Changemanagement Sinn?

Die fast alltäglichen Probleme in der Praxis des Changemangagements (CM) sind beinahe greifbar. Der Nutzen kann klar angezweifelt und hinterfragt werden. Die platten Slogans wie: Betroffene zu Beteiligten machen und dergleichen mehr sind sicherlich im Kern richtig, ignorieren jedoch einige berechtigte Zweifel seitens der Unternehmer und Manager. Das vorrangige Problem? Es ist kein fließender Prozess, der sofort ersichtlich wird und Geld bringt. Es ist ein klarer Schnitt. Und wer seine Teams durchtauscht, bekannte Software oder auch gleich ganze Prozesse und liebgewonnene Arbeitsweisen aufgeben muss resp. dies von seinen Mitarbeitern verlangt hat in erster Linie nur einen großen Change erreicht: Höhere Investition bei gleichzeitig geringerem Umsatz.

Diese Tragödie ist jedoch nur auf den ersten Blick als eine solche zu idenzifizieren. Im alltäglichen „CM“, falls ein dynamischer Prozeß aus dem Büroalltag überhaupt als solches kategorisiert werden kann, finden Anpassungsprozesse statt, die auf ein und derselben Grundannahme und Basisprämisse fußen. Alte Angewohnheiten und Weisheiten werden mitmigriert in den fließenden Prozess des Wandels. Doch so einfach geht das nicht.

Change Management heißt auch Verzicht zu üben auf tradierte Vorstellungen und Verhaltensweisen. Sie mögen sich bewährt haben, doch ist der Kontext, in dem sie das taten sehr wahrscheinlich längst nicht mehr aktuell.

In einem der vorangegangenen Artikel schrieb ich bereits über Changemanagement und dessen nahezu axiomatische Bedingungen (vgl. Never touch a running system?). Changemanagement ist vor allem das Schaffen neuer Prozessmuster und das Beschreiten neuer Wege zu einem Ziel, die das Unternehmen im Grunde längst erreicht hat. Der einzige Unterschied liegt in der Nachhaltigkeit, die, über die Dauer betrachtet, durch ein erfolgreiches Changemanagement besser an die aktuelle Situation und Position des Unternehmens im Markt angepasst ist.

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Jan Wunderlich

Autor bei Gesundheit & Management.

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