Förderung der Arbeitsfähigkeit

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Quelle: Pixabay

Mit zunehmendem Alter sinkt die Arbeitsfähigkeit. Wie kann eine überalterte Gesellschaft weiterhin produktiv sein? Bedeutet dies das Aus für die deutsche Wirtschaft?

Zweifelsohne wird ein Umdenken notwendig sein, um den demografischen Wandel bewältigen zu können. Es ist eine Umgestaltung der Arbeit nötig. Die Arbeitsanforderung als absolute Größe zu sehen, macht keinen Sinn mehr. Unternehmen müssen sich verstärkt an den Mitarbeitern orientieren. Die drastische Metapher des Mitarbeiters, der wie eine Zitrone ausgepresst wird, hat keinen Bestand mehr. Vielmehr geht es darum, Beschäftigte gezielt zu fördern, um eine möglichst hohe Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Ilmarinen leitete aus seiner Langzeitstudie in Finnland, in der er 6.000 Frauen und Männer über mindestens elf Jahre durch ihr Arbeitsleben begleitete, das Arbeitsfähigkeitskonzept ab. Das Konzept basiert auf dem Haus der Arbeitsfähigkeit. Dieses Model verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Leistungsfähigkeit und Arbeitsanforderungen. Sind beide Komponenten nicht aufeinander eingestellt, sinkt die Arbeitsfähigkeit.

Wenn Produktivität und Qualität von den Beschäftigten abhängig ist, besteht folglich ein direkter Zusammenhang zwischen dem Arbeitsergebnis, der Lebensqualität und dem Wohlbefinden der Beschäftigten. Zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit müssen somit vier Ebenen berücksichtigt werden.

Das Individuum, funktionale Kapazität, Gesundheit: Die funktionale Kapazität beschreibt die physischen, psychischen und sozialen Fähigkeiten eines Menschen. Sie sind die Grundlage der Leistungsfähigkeit.
Menschengerechte, alters-, alterns- und geschlechtergerechte Arbeitsbedingungen, Gefährdungsbeurteilung: Die Arbeitsbedingungen beeinflussen massiv die Arbeitsfähigkeit. Gute Arbeitsbedingungen fördern das Wohlbefinden der Beschäftigten. Schlechte oder dem Beschäftigten nicht angepassten Verhältnisse beeinflussen hingegen negativ die Arbeitsfähigkeit.
Professionelle Handlungskompetenz: Hierunter fällt die Ausbildung und Weiterbildung der Beschäftigten. Die Befähigung der Beschäftigten gestellte Arbeitsaufgaben zu begreifen und bewältigen zu können, ist die dritte wichtige Säule zur Erhaltung und Steigerung der Arbeitsfähigkeit.
Kompetente Führungsorganisation, Personalentwicklung, Führungsverantwortung und Arbeitskultur: Es benötigt Leuchttürme, um die Beschäftigten in der Arbeitsfähigkeit zu fördern. Hierzu müssen Führungskräfte in ihrer Kompetenz geschult werden und Führungsverantwortung übernehmen. Hierbei muss deutlich werden, dass die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Arbeitsfähigkeit ebenfalls zu den Führungsaufgaben gehören. Diese Form der Führung schafft wiederum Multiplikatoren. Über diesen Erfolg findet ein kultureller Wandel statt.
Werden die genannten 4 Ebenen aufeinander abgestimmt, dann spiegelt sich dies in einer guten Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Beschäftigten wider. Im Ergebnis führt dies zu einer guten Lebensqualität und einem erhörten Wohlbefinden der Belegschaft. Für das Unternehmen wirkt sich dies positiv auf die Produktivität und Qualität der Arbeit aus.

Überspitzt dargestellt,  gleiten Beschäftigte nach diesem Modell mit einer tendenziell guten Gesundheit in den verdienten Ruhestand.

Wohlwissend, dass Gesundheit auch nach diesem Modell nicht immer gewährleistet werden kann, wird hierüber gezielt das Wohlbefinden des einzelnen wie auch der Belegschaft im Gesamten gefördert.

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.