Gesundheit – Der 6. Kondratieffzyklus

Der russische Ökonom Nikolai Kondratieff entwickelte die Theorie der langen Konjunkturwellen. Er beobachtete in der Geschichte länger andauernde Phasen, in denen die Wirtschaft boomte. Dieser Boom ebbte jedoch nach einer länger anhaltenden Periode wieder ab. Als Ursache sah der Ökonom die  Verknappung eines wesentlichen Produktionsfaktors, wodurch dieser auf Grund seiner Schlüsselrolle die Wirtschaft hemmte. Den Unternehmen fehlten die nötigen Gewinne um weitere Investitionen zu tätigen und Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen. Kam es zu einer neuen Innovation – z.B. die Erfindung der Dampfmaschine – wurde hier verstärkt lukrativ investiert. Da durch diese Erfindung Ressourcen wieder freigesetzt wurden, konnten diese in die anderen Bereiche der Wirtschaft fließen. Als Folge boomte die Wirtschaft.
Als die ersten fünf Erfindungen, die zu den damit verbundenen langen Konjunkturwellen führten, gelten die Dampfmaschine – die Eisenbahn – der elektrische Strom – das Auto und die Informationstechnik.

Doch wir scheinen uns mittlerweile in dem sechsten Kondratieffzyklus zu bewegen. Eine Reihe von Experten sehen die Gesundheit als den nächsten wesentlichen Wirtschaftsmotor (vgl. Händeler 2011/ Nefiodow 2006). Hierfür muss jedoch ein Umdenken stattfinden. Gesundheit wird noch zu sehr als Kostenfaktor betrachtet und wiederum zu wenig als wirtschaftlichen Antrieb. So konzentrieren sich Krankenkassen im wesentlichen auf die Behandlung von Erkrankungen und folgen somit der Formel, Gesund ist derjenige, der nicht krank ist. Somit ist selbst in der modernen Gesellschaft noch überwiegend der Gedanke der Pathogenese verbreitet. Dies wird bei der Betrachtung des bereitgestellten Budgets für präventive Maßnahmen von 2,56 € pro Versicherten ersichtlich.
Jedoch ist schon jetzt ein Umdenken zu erkennen. Dies verdeutlicht auch das steigende Interesse an der Kombination von Gesundheit und Management. Sicherlich wirken der demographische Wandel und der bevorstehende Fachkräftemangel ähnlich wie ein Katalysator und beschleunigen die ökonomische Ausrichtung. McKinsey Deutschland sieht in diesem Zusammenhang einen dringenden Handlungsbedarf (lesen Sie auch War of Talents – Eine Studie von McKinsey Deutschland) .

Quellen:
Händeler, E. (2011). Kondratieffs Gedankenwelt – Die Chancen im Wandel zur Wissensgesellschaft, Moers: Marlon.

Nefiodow. A. L. (2006). Der sechste Kondratieff. Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information. Sankt Augustin: Rhein-Sieg Verlag

McKinsey Deutschland

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.

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