Innere Kündigung – Herausforderung für Führungskräfte

Das Beratungsunternehmen Gallup ermittelte im Engagement Index 2011, dass lediglich 14 Prozent der Beschäftigten über eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber verfügen. Der überwiegende Teil der Befragten machen Dienst nach Vorschrift (63 Prozent).
23 Prozent der Beschäftigten haben innerlich bereits gekündigt. Auf den Zusammenhang zwischen Innerer Kündigung und Präsentismus verweisen wir in dem Artikel  „Boreout – Österreichs Arbeitnehmer unterfordert“ . Angestellte ohne Emotionale Bindung haben im Schnitt 3,5 Fehltage mehr, als emotional hoch gebundene Mitarbeiter.  Die Folgen für die Wirtschaft ist eine Mehrbelastung von 10,5 Milliarden Euro pro Jahr. Ganz zu schweigen davon, was dies für die Angestellten bedeutet. Es ist davon auszugehen, dass dieses Phänomen stark  mit psychischen Erkrankungen korreliert (vgl.  Vortrag von Wassermann 2008).  Innere Kündigungen sind, anders als Fehlzeiten, von der Konjunktur unabhängig. Somit liegt der Rückschluss nahe, dass die Ursache dieser Schieflage vielmehr in zwischenmenschlichen Verhältnissen anzusiedeln ist. Dies bestätigt auch Gallup in der Pressemitteilung  zum Engagement Index 2011. Lediglich vier Prozent der Befragten ohne Emotionale Bindung  haben  in den letzten sieben Tagen Lob und Anerkennung für gute Arbeit verspürt. Ferner gaben nur fünf Prozent dieser Angestellten an, dass sich jemand bei der Arbeit für diese als Menschen interessiert.
Als „die schlimmsten Motivationskiller“ bennent die Süddeutsche Zeitung:  „schlechte Führung, wenig Karrierechancen und hohen Leistungsdruck.“

Der Engagement Index 2011 verdeutlicht, wie weit die deutsche Arbeitskultur von der, von Prof. Badura (Universität Bielefeld) geforderten, Kultur der Achtsamkeit entfernt ist. Dieser verwies jedoch schon 2010 darauf, dass dies ein kollektiver Lernprozess sei, der in den Köpfen einiger Engagierter beginne und sich dann verbreiten würde. Bei dem  steigendem Interesse an den Themen betriebliches Gesundheitsmanagement, Gesunde Führung, und  dem herrschenden Fachkräftemangel bleibt nun abzuwarten, wann die Trendwende geschafft ist.

Quelle:
Gallup
Süddeutsche Zeitung
Prof. Dr. Bernhard Badura
Dr. Dirk Wassermann

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.

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