Kolumne – Wege zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (4)

Mitarbeiter beteiligen

65bcb3163_6899674,3Wirtschaftlicher Erfolg kann dauerhaft nur durch motivierte, engagierte und leistungsfähige Mitarbeiter erreicht werden (vgl. Osterspey/Thom, 2013(1)). Eine Grundvoraussetzung hierfür ist die Gesundheit des Einzelnen. Soll ein BGM-Konzept stimmig sein, muss dieses zwangsläufig auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen. Das wird in der Praxis kaum gänzlich umsetzbar sein. Dennoch stellt sich die Frage, wie ein solches Konzept die große Mehrheit der Belegschaft erreichen kann?Zunächst möchte ich die Erkenntnis wirken lassen, dass je größer ein Unternhemen ist, ein desto zielgruppenspezifischeres Konzept benötigt wird. Diese Feststellung folgt einer simplen Logik.
Ein BGM-Konzept wirkt dann, wenn es auch tatsächlich für die Mitarbeiter konzipiert ist. Das bedeutet, dass ein maßgeschneidertes Angebot für die Angestellten eines Unternehmens sich auch an den Bedürfnissen der Zielgruppen orientiert. Hierdurch wird ebenfalls deutlich, wieso sich das Gießkannenprinzip nicht erfolgreich durchsetzen kann und in letzter Konsequenz uneffektiv ist. Da ein großer Betrieb eine größere Bandbreite an Zielgruppen umschließt als ein kleineres Unternehmen ergibt sich hieraus, dass ein stimmiges BGM einzelne Zielgruppen abholt und diese bewusst in den Findungs- und Lösungsprozess einbindet.
Eine der bekanntesten aber auch umstrittensten Ansätze ist die Mitarbeiterbefragung. Alternativ können aber auch Gesundheitszirkel oder Fokusgruppen genutzt werden,  die darauf abzielen die Bedürfnisse einzelner Gruppen zu erfragen. Diese face to face-Ansätze funktionieren jedoch erst, wenn eine Vertrauens-, Feedback- und  Konfliktkultur existiert. Es muss somit erlaubt sein, Belastungsfaktoren als auch Verbesserungsvorschläge frei äußern zu können.
Besteht eine solche Kultur und wurden Bedürfnisse/Vorschläge erfragt, so gilt es diese hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit zu ordnen und zügig umzusetzen. Eine schnelle Reaktion auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter gibt dem BGM den notwendigen Aufwind.
Die Rolle der Führungskräfte am Erfolg eines solchen Konzepts kann nicht überbewertet werden. Somit richten wir unseren Fokus in der nächsten Woche auf Führungskräfte und wie diese als Multiplikatoren gewonnen werden können.

(1) Osterspey, Anna; Thom, Norbert: Wie sich in einem Unternehmen eine Gesundheitskultur verankern lässt. In: Personalquarterly 2013, Nr. 1 S. 10- 15.

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.