Kolumne – Wege zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (5)

Gesund führen

65bcb3163_6899674,3Führungskräfte spielen in Unternehmen eine Schlüsselrolle. Dies gilt für das alltägliche Geschäft wie auch für das betriebliche Gesundheitsmanagement. Der hohe Einfluss von Führungsverhalten auf die Gesundheit der Mitarbeiter ist mittlerweile hinreichend belegt. Korrelationsanalysen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Führungsparametern und Gesundheit bzw. Zufriedenheit der Mitarbeiter. D.h. je besser das Führungsverhalten des Vorgesetzten von den Beschäftigten empfunden wird, desto höher ist die Arbeitszufriedenheit und umso geringer sind die gesundheitlichen Beschwerden.

Epidemiologische Studien zeigen, dass Führungskräfte vor allem die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitszufriedenheit beeinflussen (Zimber 2008). Hierdurch wird ersichtlich welches Potential sich aus einer gut geschulten Führungsriege ergibt. Denn als These gilt Führung wirkt sowohl als Ressource als auch als Stressor auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter (Zok, 2011).
Doch wird eben diese Verantwortung von Führungskräften häufig ambivalent beurteilt. Zwar wird ein hoher Einfluss auf das Betriebsklima gesehen, jedoch der direkte Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und dessen Auswirkung auf die Mitarbeitergesundheit nicht so deutlich wahrgenommen und sogar in letzter Konsequenz wird diese Verantwortung stellenweise sogar völlig abgelehnt (Echterhoff, 2011).
Diese Ablehnung bedarf jedoch einer differenzierten Betrachtung. Denn insbesondere das mittlere Management hat einen geringen Handlungsspielraum. So soll hier auch davon Abstand genommen werden, die Verantwortung für die Mitarbeitergesundheit in die Verantwortung der Führungskräfte zu legen. Das greift zu kurz. Vielmehr soll das Potential von Führungskräften erkannt und explizit geschult werden. Letztlich geht es darum den Führungskräften Gestaltungsspielräume aufzuzeigen und zu nutzen.
Sollen Veränderungen angestoßen werden, muss die Bereitschaft bestehen neue Wege zu gehen. Hierzu müssen Führungskräfte mutig sein. Mutig deshalb, weil die Führungskraft sich nach außen öffnet und Kritik zulässt. Darüber hinaus ist jedoch ebenfalls die Bereitschaft zur ehrlichen Selbstreflexion notwendig. Diese Verantwortung liegt in den Händen des Top-Managements. Erst dieses kann den Anstoß zu einer Veränderung der Unternehmenskultur geben.

Für die Veränderung der Führungskultur werden Ressourcen benötigt. Damit ist aber nicht nur die klassische finanzielle Förderung gemeint. Welche Ressourcen für die Umsetzung eines BGM-Konzepts notwendig sind, behandeln wir in der nächsten Woche.

 

Literaturangaben:

Zimber A (2008) Wie Führungskräfte zur Mitarbeitergesundheit beitragen können: Eine Pilotstudie in ausgewählten BGWMitgliedsbetrieben. 1. Teilprojekt: Literaturanalyse. In: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (2008) Projekt „Gesundheitsfördernd Führen“. Verlauf und Ergebnisse der Pilotstudie von 2004–2008, Hamburg

Zok, K. (2011) Führungsverhalten und Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter- Analyse von WIdO-Mitarbeiterbefragungen. In Badura et al. (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2011. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011.

Echterhoff, M. (2011) Führungskräfte tragen Verantwortung- auch für die Gesundheit der Beschäftigten – Eine empirische Untersuchung zur Selbsteinschätzung von Führungskräften hinsichtlich ihrer gesundheitsrelevanten Einflussmöglichkeiten im Betrieb. . In Badura et al. (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2011. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011.

 

 

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.

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