Never touch a running system?

Diese alte Faustregel ist tatsächlich nur noch als obsolet zu bezeichnen und mit einem ganz klaren: Nein! Zu beantworten. Als Substitut könnte man hier die Alternativregel heran ziehen: Never change a winning team! Diese besitzt nach wie vor zumindest eine gewisse Gültigkeit. Doch warum sollte man nun gut laufende Systeme „anfassen“ und entsprechend auch Änderungen unterziehen?
Die Antwort scheint erst einmal befremdlich, da in der Phase, in der das System rennt, eine Menge Geld fließt und im Optimalfall einen Gewinn generiert bzw. Überschüsse schafft und Mehrwert aus sich selbst heraus entstehen lässt. Dies kann das System jedoch nicht, weil es ein besonders gutes System ist, oder weil es gar die geheime Lösung auf alle etwaigen Probleme zu sein scheint. Nein, es ist lediglich in genau diesem Moment ein gutes System, weil die Umwelt des Systems (im soziologischen Sinne) diesem gestattet seine Stärken in diesem Moment auszuspielen. Verändern sich einige Variablen in der Umwelt, kann das System schon wieder obsolet sein und mit dem Schaffen des Mehrwerts sieht es dann auch düster aus.
Da Umwelt und System sich ständig bedingen (Ausdruck ist immer auch gleichzeitig Eindruck und umgekehrt) muss sich das System stetig anpassen. Dies passiert in der Unternehmensführung jedoch nur äußerst selten in einem stetigen Prozess, da Systeme – vor allem durch gutes Management – in stabile Ordnungen geschoben werden. Mitunter strebt das System eine Ordnung bzw. Stabilität sogar an. Die Problematik ist nun, das System aus der Ordnung in eine chaotische Phase zu pushen in der es nach einem neuen stabilen Zustand sucht und sich im Optimalfall eine Ordnungsebene höher neu sortiert und stabilisiert. Dieser Vorgang nennt sich Prozessmusterwechsel und ist für alle Systeme in Unternehmen oder auch Unternehmen als Ganzes unabdingbar, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen.
Die Phasenweise Neuorientierung der Systeme und ihrer Subsysteme ist ein Obligat und gehört in die Fähigkeitenbereiche der entsprechenden Manager. Freilich ist die Generierung von Umsatz in diesen Phasen schwierig. Mit einem neu ausgerichteten System, welches wesentlich besser und näher an die es umgebende Umwelt angepasst und auf sie ausgerichtet ist, fällt dies aber wieder wesentlich leichter. Schlüsselpunkte und -kompetenzen hierzu sind auf absehbare Zeit noch immer Vernetzung und Sinnstiftung.

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Jan Wunderlich

Autor bei Gesundheit & Management.

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