New School Management?

Im modernen Anglizismus steckt erst einmal eine vermeintliche Abwertung des komplementären Stils, des Old School Managements. Dies soll keineswegs als eine wirkliche Abwertung dieses Stils gelten, da er durchaus seine Vorzüge hat. Old School Management (OSM) bezieht sich in erster Linie auf das Management im klassischen Sinne, der Optimierung, der Organisation und Steuerung von Systemen.
In diesem Sinne wäre OSM das Management der Stabilität. Das Steuern und Regeln, das Controlling und dergleichen mehr. OSM ist in diesem Sinne das Handwerkszeug des Managers. Etwas, dass jeder beherrschen muss. Kybernetik erster Ordnung, wie Prof. P. Kruse es einmal nannte. Wer diese Prozesse versteht, ihre Chancen zu nutzen weiß und diese Aufgaben gut erledigt hilft seinem Unternehmen viel Geld zu verdienen. Die Phasen der Optimierung sind immer Phasen des Geldverdienens. Insofern diese Phasen nicht zu lange andauern und das Prozessmuster obsolet wird.

Wenn nun aber Veränderungsprozesse anstehen – was in Zukunft immer wahrscheinlicher und in immer höherer Frequenz auftreten wird – verlangen diese dem Manager weitere Fähigkeit ab. Eine nicht zu unterschätzende Fähigkeit ist hierbei die Möglichkeit Sinn zu stiften und miteinander ein „warum“ zu klären. Implizit hieraus müssen die Moderationsfähigkeiten des Managers erstarken. Die eigene Intelligenz ist weniger wichtig, wesentlicher Bestandteil ist, auf Intelligenz zugreifen zu können und diese adäquat zu moderieren. Internes Networking und Kommunikationsmodelle entwerfen zu können, die eine übersummative Intelligenz hervorbringen und zufriedenstellende Antworten auf besagte Fragen wie z.B. das „warum“ kreieren können.

Die New School des Managements verlangt dem Manager also neben den klassischen Fähigkeiten der Systemorganisation im optimierenden Sinn und dem Coaching der Mitarbeiter im temaführenden Bereich noch zusätzliche Fähigkeiten ab. Kernpunkt ist die Möglichkeit seine Mitmenschen zu faszinieren um gemeinschaftlichen Sinn überhaupt stiften zu können und schließlich sollte er die Fähigkeit haben die Vernetzung zwischen Menschen zu fördern um eine übersummative Intelligenz hervorzubringen. Wenn diese vier Eigenschaften in einem Manager vereint werden stellen weder Optimierungsphasen noch Prozessmusterwechsel resp. Anpassungsstrategien an veränderte, äußere Umstände ein Problem dar. Es entsteht eine Balance von Akkumulation und Assimilation und das sollte das grundlegende Ziel eines jeden Unternehmens sein, wenn es zukunftsfähig sein und bleiben will.

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Jan Wunderlich

Autor bei Gesundheit & Management.

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