Nachhaltigkeit im BGM bei Siemens

Die deutsche Vorzeigefirma musste zwar in den letzten Tagen die Gewinnprognosen um einige Prozentpunkte zurückschrauben, jedoch ändert das nichts an der überaus vorbildlichen Integration eines betrieblichen Gesundheitsmanagements und der transparenten Berichterstattung, welche mit Nachhaltigkeitsberichten die Abläufe und Ergebnisse der angewandten Methoden dokumentiert.

Siemens ist transparent und fördert seine Mitarbeiter mit großem Engagement. Auf der Website heißt es: Investition in die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter sind Investitionen in die Zukunft. Siemens hat die Zeichen der Zeit erkannt und geht definitiv den richtigen Weg.

Quelle:
Siemens

„Burnout“ oder doch eher „Boreout“?

Die mutmaßlich größte Zivilisationskrankheit der westlichen Gesellschaften hat seit einigen Jahren einen neuen Namen: Burnout.

Es klang alles so logisch. Zu viel Stress, zu dichte Terminpläne und zu hohe und massive Anforderderungen an den Einzelnen. All das führte nach einiger Zeit zu einem natürlichen Sicherungsmechanismus des Körpers und dieser schaltete alle angespannten und gefährdeten Komponenten kurzerhand ab. Doch was ist, wenn dieser Vorgang auch dann funktioniert, wenn das genaue Gegenteil der Fall ist?
Ein chronisch unterforderter Mitarbeiter erzeugt durch stetiges Nichtstun letztlich einen ähnlichen Effekt. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier und nutzt nur die Reserven, die er wirklich braucht. Im physischen, wie auch im psychischen Bereich.

Eine Unterscheidung gibt es jedoch. Burnout haben in der Regel die Erfolgreichen. Boreout die Hoffnungslosen. Die Gratwanderung zwischen Unter- und Überforderung ist mitnichten ein einfaches Unterfangen, auch soll nicht der Eindruck entstehen, dass der Idealarbeitnehmer der Zukunft kontruiert wird, obwohl es bereits einige Studien zu diesem Thema gibt (z.B. DUW-Berlin). Vielmehr soll darauf verwiesen sein, dass Mitarbeiter auch Erfolgserlebnisse brauchen, indem sie Prozesse, Projekte und Arbeitsschritte auch abschließen können, anstatt monotone Tätigkeiten zu verrichten. Die Arbeit muss Sinn ergeben und dabei reicht es schon, wenn dieser Sinn subjektiv evident für den Einzelnen Arbeitnehmer erscheint.

„Durch Aktionismus wird das Nichtstun kaschiert“
Qualitative und quantitative Unterforderungen sind gleichermaßen schuldig, wenn es um die künstliche Erzeugung von Verhaltensstrategien geht. Ein quantitativ ausgelasteter Mitarbeiter muss nicht so tun als ob, er kann einfach arbeiten. Peter Werder zeigt in seinem überaus interessanten Buch „Diagnose Boreout“, welche Verhaltensstrategien genutzt werden, wie die Betroffenen handeln können und welche Mechanismen sich eignen damit Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen profitieren.

Quellen:
Telepolis
Stern

Informationsplattform für Betriebliches Gesundheitsmanagement.