Warum ist gesundes Führen heute so ein großes Thema?

Der demografische Wandel – im speziellen die demographische Entwicklung seit den ausgehenden Siebzigern – hat nicht nur Einfluss auf verschiedenste Bereiche der Gesellschaft, sondern schlägt sich auch in vielen Bereichen des Unternehmensalltags nieder. Unternehmen stehen nicht nur vor der Aufgabe im Kampf um die besten Arbeitskräfte konkurrenzfähig zu sein, sondern müssen auch ihre Beschäftigten über einen längeren Zeitraum als noch vor einigen Jahren physisch und psychisch leistungsfähig halten. Maßnahmen und Aktivitäten zur Gesunderhaltung der Beschäftigten und in diesem Zusammenhang natürlich Gesundes Führen können ein wichtiges Element der Arbeitgeberattraktivität sein, wenn sie tatsächlich gelebt und intern sowie extern kommuniziert werden. Für Arbeitskräfte wird es zunehmend wichtiger, in einem Umfeld zu arbeiten, das ihnen die Möglichkeit gibt, auch langfristig die Gesundheit zu erhalten. Das Verhalten der Führungskräfte ist ein entscheidendes Element dafür. Auf der Website der Unternehmensberatung GeGeMo (Gesellschaft für Gesundheits- und Motivationsmanagement) findet sich beispielsweise der Ausspruch: Verstehen Sie gemeinsam mit uns, die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter als Wettbewerbsvorteil und lernen Sie Ihre wahre Leistungsfähigkeit kennen. Dieser Satz beinhaltet mehr wahres, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Ziehen wir dennoch erst einmal ein Negativbeispiel aus dem Sport heran. Ein Trainer, der seinen Schützling auf hohem Niveau trainiert und diesen Wettkämpfe in Serie bestreiten lässt, kann häufig schnelle Erfolge erzielen. Voraussetzung sind natürlich Talent sowie Leistungswille bei dem Sportler bzw. der Sportlerin. Oftmals steigt jedoch durch zu viel Training und zu viele Wettkämpfe die Verletzungsanfälligkeit und die Sportler/innen brennen aus. Gern wird in diesem Zusammenhang der Begriff des „Verheizens“ bemüht. Dieses „Verheizen“ ist in vielen Unternehmen gerade bei Führungskräften selbst und bei Nachwuchstalenten noch Usus. Kurzfristige wirtschaftliche Erfolge werden vor langfristige physicher und zunehmend auch psychischer Gesundheit sowie Bindung der Talente und Nachwuchskräfte gesetzt. Spricht sich dies außerhalb des Unternehmens durch Mundpropaganda und zunehmend auch durch Social Media (z. B. kununu) herum, dann sind die Auswirkungen für die Personalgewinnung oftmals verheerend. Ein schlechtes Image wieder „aufzupolieren“ dauert häufig Jahre, während ein positives Image innerhalb kürzester Zeit ruiniert sein kann.

Gesundes Führungsverhalten hat also nicht nur Einfluss auf den Krankenstand und die Fluktuation des eigenen Bereichs oder der eigenen Abteilung, sondern kann sich maßgeblich auf die Gewinnung und Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das Unternehmen auswirken. Es ist im Optimalfall ein wichtiges Element der Arbeitgeberattraktivität.

Quelle:
GeGeMo
PerWiss

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Jan Wunderlich

Autor bei Gesundheit & Management.

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