Kolumne – Wege zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (3)

Der Motor des BGM

65bcb3163_6899674,3Wie ich bereits in meinem Artikel der letzten Woche ankündigte, beschäftigen wir uns heute mit dem Motor eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Wichtig ist an dieser Stelle nochmals darauf zu verweisen, dass es sich nicht um einen Leitfaden handelt, dessen Punkte Schritt für Schritt in der vorgegebenen Reihenfolge abgearbeitet wird. Vielmehr bestehen eventuell in Ihrem Unternehmen bereits einige genannte Punkte und andere fehlen gänzlich.So ist das auch mit dem Motor des BGM zu verstehen. Zunächst möchte ich auflösen, was ich unter dem Motor verstehe. Wie Sie sioch sicherlich bereits dachten, handelt es sich um den sogenannten Steuerkreis. Wen Sie hierzu einbinden sollten, werde ich Ihnen später erleutern. Aus der Praxis heraus bildet sich häufig ein Steuerkreis aus dem Arbeitsschutzausschuss (ASA). Genau hieran kann man deutlich erkennen, dass der Aufbau eines BGM nicht linear zu verstehen ist. Vielmehr ist es eine Art Puzzle, das Stückweise zusammengesetzt wird. Möchte man den Aufbau systematisch gestalten, sollte man mit den Ecken und dem Rand beginnen und sich nach innen vorarbeiten. Den Rand kann man jedoch am schnellsten Aufbauen, wenn man das eigentliche Gesamtbild kennt. So ist es auch beim BGM. Demzufolge ist es sinnvoll, sich auf Leitlinien zu einigen, bevor weitere Strukturen aufgebaut werden. Jedoch stellt sich hier die Frage, mit wem man sich einigen soll? Genau an dieser Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz. Oder anders formuliert, kann hier erkennen, dass Standards lediglich das Ziel darstellen können und niemals den Weg. Unternehmen unterscheiden sich ebenfalls wie Menschen. So stößt ebenfalls ein Berater an seine Grenzen, da dieser als Externer das Unternehmens lediglich oberflächlich betrachten kann. Die wesentlichen Entscheidungen werden hingegen aus dem inneren heraus getroffen. Hieraus wird deutlich, dass ein BGM so individuell ist, wie das Unternehmen selbst.

Der Steuerkreis zeichnet sich im wesentlichen durch die folgenden Komponenten aus:

 

  • Es sind alle Gesundheitsakteure aus dem Unternehmen vertreten. Hier ist vorrangig ein Arbeitgeber Vertreter zu nennen (Geschäftsführer, Inhaber, Vorstand etc.) und da ein BGM ein gemeinschaftliches Projekt ist, muss an dieser Stelle ebenfalls die Arbeitnehmervertretung genannt werden. Alle weiteren Akteure stehen mehr oder weniger direkt mit dem Thema in Verbindung. So z.B. Betriebsarzt, Schwerbehindertenvertretung, Suchtbeauftragter, Personalentwicklung, Arbeitsschutz, betrieblicher Eingliederungsmanager, betrieblicher Gesundbeitsmanager usw.

 

  • Damit ein solcher Steuerkreis umsetzungsfähig ist, bedarf es einer entsprechenden operativen Kompetenz, die sich durch eine entsprechende Ausstattung von finanziellen, personellen und zeitlichen Ressourcen kennzeichnet. So können Entscheidungen getroffen und auch zeitnah umgesetzt werden.

 

  • Regelmäßige Treffen, die das BGM inhaltlich unterfüttern und somit das Konzept vorantreiben,verdeutlichen, warum ich die Metapher eines Motors für den Steuerkreis verwendet habe. Wie häufig diese Treffen stattfinden muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. In der Praxis haben sich Treffen bewährt, die zwischen sechs Wochen und drei Monaten stattfinden.

Ich denke in dem oben genannten wird deutlich, warum ein Steuerkreis mit zu den wesentlichen Standards eines BGM zählen. Ohne einen solchen Steuerkreis besteht die Gefahr, dass das Konzept eine One-Man-Show bleibt bzw. im Sand verläuft.

Nächste Woche richten wir unser Augenmerk auf die Ausweitung des BGM auf die Mitarbeiter und wie eine gute Mitarbeiterbeteiligung erreicht wird.

 

 

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Benjamin Fathi

Gründer, Redakteur und Autor
Gründer, Redakteur und Autor bei Gesundheit & Management. Gesundheitsmanager und Sportwissenschaftler.