Wirksame Maßnahmen für leistungsfähige Mitarbeiter

Quelle: Pixabay

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Liegen die Ergebnisse aus dem Verfahren der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen vor und sind die Problemfelder identifiziert, sollten die Verantwortlichen Ziele festlegen und entsprechende Maßnahmen planen und umsetzen.

Das können zum Beispiel folgende Maßnahmen sein:

  • Einrichtung von Ruheräumen und von störungsfreien Arbeitszimmern („silent office“) für konzentriertes Arbeiten,
  • Einführung eines Telefondienstes,
  • Etablierung von festen Pausenzeiten,
  • Coachings für Führungskräfte zum Umgang mit Mitarbeitern,
  • Stress-Management-Seminare und Resilienz für Mitarbeiter
  • Trainings zum Umgang mit schwierigen Kunden,
  • Flexibler Arbeitsplatz (z.B. Home-Office und Möglichkeit, stehend statt sitzend zu arbeiten)
  • Job Rotation (zum Beispiel Wechsel des Aufgabenbereiches, um einer Monotonie entgegenzuwirken).

Wichtig ist, dass die Verantwortlichen bzw. der Steuerungskreis die Belegschaft ausführlich über die Ergebnisse, Sinn und Ziele der Maßnahmen im Vorfeld informieren. Hierfür stehen unterschiedliche Kommunikationskanäle, etwa das Intranet, die Mitarbeiterzeitschrift oder Präsentationen bei einer Mitarbeiterversammlung zur Verfügung.

Auch Kontrollorgane wie zum Beispiel die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fordern die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung. Das systematische Vorgehen entsprechend der Leitlinie der GDA (Gemeinschaft deutscher Arbeitsschutzstrategien) mit Mindestanforderungen erleichtert Betrieben, auch die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen zu überprüfen. Auch erhalten sie Aufschluss darüber, wie sich die Maßnahmen insgesamt auf die psychische Gesundheit und die Zufriedenheit der Mitarbeiter ausgewirkt haben.

Auch wenn das Verfahren mit den einzelnen Prozess-Schritten zunächst aufwendig wirkt, machen die Vorteile den Aufwand wett: Die verpflichtende Gefährdungsbeurteilung bietet die Chance für Arbeitgeber, die beeinflussbaren Faktoren psychischer Belastungen zu erkennen, diese gegebenenfalls zu mindern, um damit dem Risiko von psychischen Erkrankungen und Ausfallzeiten entgegenzuwirken. Neben der Optimierung der Arbeitsprozesse kann dadurch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhöht und nachhaltig erhalten werden. Und einen wichtigen Effekt sollte man nicht unterschätzen, sondern viel mehr wertschätzen: Die Ergebnisse können sich positiv auf das Betriebsklima und die Kollegialität auswirken!

Weitere Informationen finden Sie im Praxisleitfaden GBpsych.

Stefan Buchner, Geschäftsführer der UBGM, Unternehmensberatung für betriebliches Gesundheitsmanagement

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